03.09.2020
Jürgen Pagel
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Ein Artikel von Daniel Bombien, der es m.E. wert ist, Beachtung zu finden. Wie in anderen Bereichen auch, treibt das Denken und Handeln um die Evidenz Blüten. Therapeuten werden zum Umdenken gezwungen. Aber nicht nur sie, sondern auch Verantwortliche im Gesundheitssystem müssen einer Veränderung der Denkweise Rechnung tragen. Die „Altvorderen“ haben die Verantwortung, eingefahrene Muster zu verlassen und sich einem veränderendem Bild der therapeutischen Berufe zu stellen.

Es wird allerhöchste Zeit, die therapeutischen Berufe neu zu definieren und die Erkenntnisse der psycho- und physiologischen Wissenschaft in alle Themenfelder zu integrieren.

[...] Da strukturelle myofasciale Effekte von manuellen Interventionen als unwahrscheinlich gelten, ist mittlerweile häufig von neuromodulativen Effekten zu lesen, die die Techniken bewirken sollen. In diesen Fällen werden Teile der Schmerzwissenschaft bewusst genutzt, um weiterhin das Applizieren passiver Techniken zu rechtfertigen, wohingegen außer Acht gelassen wird, dass sich neuromodulative Effekte auch ohne Therapeuten bewirken lassen. Zudem scheint Therapieabhängigkeit, beziehungsweise ein Mangel an Selbstwirksamkeit ein Hauptförderer von Schmerzchronifzierung zu sein. Und diese führt letzten Endes zu „Dauerpatienten“, Wartezeiten in Physiotherapiepraxen und Fachkräftemangel.

Eine flächendeckende evidenzbasierte Praxis und die dafür wahrscheinlich notwendige Akademisierung des Berufes ist die einzige Möglichkeit, die Physiotherapie in Deutschland zu professionalisieren. Therapeuten die argumentieren, dass dies überflüssig sei, weil man doch Therapeuten bräuchte, die „Acht Stunden am Tag an der Bank“ stehen, verschließen die Augen vor der Realität. Moderne Physiotherapeuten stehen nicht an der Bank. Moderne Therapeuten sind Coaches und Berater. Durch breites Wissen über Bewegung und Schmerz sind sie in der Lage, erst zuzuhören und anschließend Patienten individuell zu informieren und zu beratschlagen. Sie sehen den Menschen als Ganzes und nicht nur seinen Muskelskelettapparat. Durch Hilfe zur Selbsthilfe führt evidenzbasierte Praxis zu mehr Lebensqualität, auch außerhalb der Therapieräume. Den breit gefächerten Katalog der Therapiemöglichkeiten bildet dabei die wissenschaftliche Datenlage. Welche Methoden für den Einzelnen am sinnvollsten sind, bestimmen Therapeut und Patient erst nach Betrachten dieses Kataloges in einer gemeinsamen Entscheidungsfindung. Evidenzbasierte Praxis ist ein Qualitätsmerkmal. Keine Therapiemethode.[...] D. Bombien

Vollständiger Artikel https://physio.de/community/news/wissenschaft-ist-keine-therapiemethode/99/10206/1#trenner

26.08.2020
Jürgen Pagel
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👉Bewegungsmuster, die jeder beherrschen sollte!💪Training mit Strategie✅Push✅Pull✅Rotation✅Side Bending✅Back Support✅Squat👍Einteilung🔋Unimodular, unbelastet, eigenes Körpergewicht🔋Unimodular, belastet, eigenes Körpergewicht, Zusatzgewicht🔋Multimodular, unbelastet, eigenes Körpergewicht, mehrdimensionale Komplexität🔋Multimodular, belastet, eigenes Körpergewicht, Zusatzgewicht, mehrdimensionale Komplexität🔋Neue (nächste) ÜbungUnter dem Aspekt des modularer Aufbaus empfiehlt es sich, die Funktion und das Konstrukt der Gelenke zu beachten!Hierbei ist das Joint-by-Joint-Modell (https://www.strengthcoach.com/public/1282.cfm) zur Anwendung zu bringen.Jedes Gelenk oder jede Gelenkgruppe erfüllt eine konkrete Aufgabe und neigt zu spezifischen, prognostizierbaren Dysfunktionen. Deshalb stellt jedes Gelenk bestimmte Anforderungen an das Training. Die nachfolgende Aufzählung geht den Körper Gelenk für Gelenk durch. Der Fuß selbst ist ein Stabilitätsgarant, der die Kräfte auf den Untergrund übertragen muss (siehe Radfahrer, die, um Kräfte optimal auf das Pedal übertragen zu können, spezielle Radschuhe mit steifen Sohlen verwenden). Anforderung: STABILDas Sprunggelenk, bestehend aus oberem und unterem Sprunggelenk, entspricht einem kombiniertem „Ei-Gelenk“ und erlaubt Bewegungen in alle Freiheitsgrade. Anforderung: MOBILDas Knie ist ein sogenanntes Scharniergelenk. Lediglich in Flexion (Beugung) des Kniegelenkes ist auch eine Rotation möglich. Zwei ausgesprochen stabile und starke Bänder im inneren des Kniegelenkes sowie ein ausgeprägter medialer Kapsel- und Bandapparat stabilisieren das Gelenk zur optimalen Übertragung einwirkender Kräfte von proximal wie von distal. Anforderung: STABILDas Hüftgelenk ist ein Kugelgelenk, welches eine hohe Mobilität aufweisen muss, um allen Bewegungsanforderungen der unteren Extremität gerecht zu werden. Anforderung: MOBILDie Lendenwirbelsäule erlaubt lediglich Flexion und Extension. Eine Rotation ist nahezu ausgeschlossen (max. 2 Grad über die gesamte LWS). Stabilisiert durch einen ausgeprägten Bandapparat sowie umschließender Muskulatur (Bauchmuskulatur und unterer Teil des Rückenstreckers) ist diese ihren Anforderungen gemäß STABIL.Die Brustwirbelsäule (BWS) mit ihren nahezu horizontal gelegenen Gelenkfacetten erlaubt dagegen ein hohes Maß an Beweglichkeit (alle Freiheitsgrade). Die Rippenbögen sind mittels Knorpelspangen im vorderen Bereich (Brustbein) miteinander verbunden. Dorsal erlauben sog. Rippenwirbelgelenke eine enorme Beweglichkeit. Anforderung: MOBILDie Schulterblätter - auf dem Thorax - liegend, überwiegend muskulär geführt, da lediglich über die Schlüsselbeine eine knöcherne Verbindung zum Rumpf besteht, bedürfen einer hohen, v.a. muskulären Stabilität, da sie die Cavitas gleniodale, die Schultergelenkspfanne, bilden. Anforderung: STABILDie Schultergelenke selbst - sind wie die Hüftgelenke - Kugelgelenke, die Bewegungen in allen Freiheitsgraden erlauben und somit der oberen Extremität die Funktion von Tentakeln verleihen, die das Bewegungsausmaß erheblich vergrößern. Anforderung: MOBILDie Ellenbogengelenke sind wiederum Scharniergelenke, die nur in flektierter Stellung eine Rotation des Unterarms erlauben, wobei der Radius über die Elle rotiert. Sie erlauben lediglich Flexion und Extension. Anforderung: STABILDas Handgelenk besteht aus zwei Reihen kleiner Knochen, die untereinander gelenkig verbunden eine ähnliche Funktion (Ei-Gelenk), wie das Sprunggelenk erfüllen, nämlich Bewegungen in allen Freiheitsgraden. Anforderung: MOBILDer Kreis schließt sich bei der Hand, die aufgrund ihrer Greiffunktion, des Festhaltens, der Krafteinheit- und ausleitung ein hohes Maß an STABILität erfordert.Betrachten wir dieses komplexe System wird schnell klar, warum Störungen der KnieSTABILität unmittelbare Auswirkungen auf das Hüft- und Sprunggelenk haben müssen.Dem Entgegenzuwirken ist mit dem Einsatz des oben beschriebenen Systems möglich und begründet, warum idealerweise in geschlossenen kinetischen Ketten trainiert werden sollte.Mehr dazu in einer weiteren Folge.Autor: Jürgen Pagel, Physiotherapeut, Experte im betrieblichen Gesundheitsmanagement, 2020http://www.jpmedcoaching.de
07.06.2020
Jürgen Pagel
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Krafttraining ist der kleinste gemeinsame Nenner bei einer Vielzahl sogenannter Zivisationskrankheiten. Gefäßerkrankungen, Herzkreislauferkrankungen, Osteoarthrose, Bluthochdruck Diabetes Mellitus, Schlaganfall, Rückenschmerzen - um nur einige wenige zu nennen - lassen sich mit einem adäquaten und intensivem Krafttraining  positiv in der Therapie und Prävention beeinflussen.In nahezu allen NVL (nationale Versorgungsleitlinien) neueren Datums wird eine eindeutige Empfehlung hinsichtlich des Krafttrainings ausgesprochen.Leider stehen gerade in therapeutischen Anwendungen immer noch allzu häufig passive Maßnahmen im Vordergrund.Betrachtet man die therapeutische Pyramide, so sollten die therapeutische Allianz und die Edukation im Vordergrund stehen, gefolgt von aktiven Maßnahmen, wie medizinische Trainingstherapie und aktivem Training mit dem eigenen Körpergewicht. Ziel ist es hierbei, den Patienten “loszulassen”, Eigenaktivität zu fördern und eine hohe Alltagsfunktionstauglichkeit wieder herzustellen.Physio Meets Science leistet hierzu einen hervorragenden Beitrag, den ich seiner Übersichtlichkeit wegen hier darstelle.Das Krafttraining stellt keinen Ersatz für ein Ausdauertraining dar, sondern ist eine überaus sinnvolle Ergänzung. Eine Kombination erscheint praktikabel. Beispielsweise lässt sich mit Schwerpunkt Kraft und Stabilität 3 mal pro Woche trainieren. 2 Trainingseinheit entfallen dann auf das Ausdauertraining.Es ist unsere Aufgabe, als professionelle Trainer und Therapeuten, den Patienten Angst und Unsicherheit zu nehmen. Es besteht keinerlei Grund, Angst vor der Verwendung von Zusatzgewichten zu haben. Dabei sind neben dem Verständnis für den Bewegungsablauf, Anwendungssicherheit und ein vorangegangenes Training mit dem eigenen Körpergewicht unerlässlich.Auch in der Therapie gelten die Regeln eines adäquaten Krafttrainings. Der Reiz muss groß genug sein, um Veränderungen und Anpassungsreaktionen des Organismus hervorrufen zu können. Dabei geht es nicht um pauschal angeordnete 15 Wiederholungen. Belastungen können kurze und ausgesprochen intensiv sein (HIIT). Beispielsweise 85-90% des 1RM mit explosiver Ausführung, 1 Satz und eine Vielzahl von Übungen. 12-15 Wiederholungen bis zum technischen Versagen (was ungefähr 70-75% des 1RM entspricht) mit 2-3 Serien können - abhängig von der Zielsetzung - ebenso effektiv sein. Sie verfolgen nur eine andere Zielsetzung.Physiotherapie ist längst nicht mehr auf die Anwendung passiver Behandlungstechniken beschränkt. Die Evidenzlage hinsichtlich des Krafttrainings ist mittlerweile zu überzeugend, dass niemand mehr an einem aktiven, gewichtsorientiertem und belastendem Training vorbei kommt. Es ist gerade sträflich, darauf zu verzichten. Dazu bedarf es keiner teuren Gerätschaften. Mit einem TRX-Suspension, einem Medicine Ball, einem Satz Kurzhanteln mit bis zu 25 kg Einzelgewicht und instabilen Unterlagen lässt sich für jedweden Schwierigkeitsgrad ein effektives, spannendes und abwechslungsreiches Training konstruieren.Vorbei sind die Zeiten, wo Patienten nach einem Herzinfarkt lebenslange Schonung auferlegt wurde. Heute ist HIIT angesagt - und das mit hervorragenden Erfolgen.(c) Jürgen Pagelhttp://www.jpmedcoaching.de

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